Meinung #30

Datum: 12. Februar 2014 / Kategorien: Kultur / Schlagworte: /
„Bücherei: 1. zu viel Personal, 2. zu wenig Bücher – besonders für Kinder, 3. Öffnungszeiten – warum ist sie am Sonntag geschlossen?“

anonym

Herbert Schiffels

Ihr CDU-Kandidat für den Freiburger Stadtrat

Herbert Schiffels, Studiendirektor a. D.

Sehr geehrte Freiburgerin, sehr geehrter Freiburger,

Sie machen drei Statements zur Bücherei, womit Sie sicherlich die Stadtbibliothek meinen. Zu diesen Punkten könnte ich aus dem Stehgreif nur ungenau antworten. Zwar bekomme ich als sachkundiger Bürger im Kulturausschuss viel Sachinformation aus den verschiedensten Kulturbereichen, aber so aus dem Handgelenk darauf eine Antwort zu geben wäre unseriös. Deshalb habe ich mich mit Frau Dr. Willnat in Verbindung gesetzt. Frau Willnat ist die Leiterin der Städtischen Bibliothek.
Die Antworten sind ganz klar, denn es gibt bundesweit erhobene Statistiken, auch über die Bibliotheken.

Ad 1:
Danach liegt die Stadtbibliothek in ihrer Personalausstattung unter dem Schnitt.

Ad 2:
Wenn man das Verhältnis Bücher / Quadratmeter berechnet, dann liegt Freiburg sogar weit unter dem Schnitt. Konkret: die Freiburger Bibliothek ist voll gestopft mit Büchern. Hätte man mehr Platz, dann könnte man auch mehr Bücher anschaffen.

Ad 3:
Es gibt arbeitsrechtliche Regelungen für Sonntags-Öffnungszeiten. Museen dürfen demnach sonntags öffnen, Büchereien nicht. Die Frage ist also nicht, ob man das vielleicht will oder nicht. Nach Gesetzeslage geht es nicht. Aber mal angenommen, das würde geändert – mit der vorhandenen Personenstärke würde sich eine Sonntags-Öffnung nicht organisieren lassen.

Politische Schlussfolgerung:
Wenn wir mehr „Leistung“ wollen, dann brauchen wir mehr Geld. Mit bloßem Um- oder Neuorganisieren läßt sich da nichts mehr optimieren. Die städtischen Institutionen legen regelmäßig so etwas wie „Rechenschaftsberichte“ vor, z. B. im oben erwähnten Kulturausschuss. Und da wird vonseiten der Gemeinderäte auch kritisch eingehakt und nachgefragt. Als Nutzer oder Besucher kann man schon mal auf den Gedanken kommen: „das ließe sich doch anders machen … ist da nicht zu viel Personal? … etc“. Aber diese Beobachtungen halten genaueren Untersuchungen nicht Stand. Zum Beispiel in Bezug auf die Stadtbibliothek waren sich im Kulturausschuss alle Fraktionen einig, dass mit den gegebenen Mitteln ein Optimum an Angebot für die Bürgerinnen und Bürger auf die Beine gestellt wird.
Letztlich landen wir in dieser Sache wie bei fast allen Fragen zu den städtischen Leistungen beim Haushalt. Und dass der solide sein muss und es nur eine Richtung geben kann, nämlich weiterer Schuldenabbau, darin gibt es weitgehend Konsens.

Die Frage ist, wofür die zur Verfügung stehenden Mittel ausgegeben werden sollen. Radwege, Sanierung der Schulgebäude, Kitas … Kultur. Mit der Reihenfolge will ich andeuten, dass Kultur oft in der Gefahr steht, an die letzte Stelle zu rücken. Ich bin selber seit 12 Jahren Vorsitzender beim Freiburger Jazzhaus e. V. und bekomme das auch von der Stelle aus hautnah mit. Dass die Kultur nicht nur nicht zu kurz kommt, sondern dass Kultur als wesentliches Element der Gesellschaft auch ordentlich ausgestattet werden muss, dafür steht die CDU und dafür kämpfe ich.

Mit freundlichen Grüßen,

Herbert Schiffels