Meinung #27

Datum: 7. Februar 2014 / Kategorien: Kinder, Jugend, Senioren & Familie / Schlagworte: , /
„Muss man sich wirklich bei allen Kitas anmelden/vorstellen, um sich um einen Platz zu bewerben? Ich wäre für eine strukturiere Platzvergabe. […] es [ist] doch verwunderlich, dass Freiburg einer Familie ca. 2 Wochen nach der Geburt die erhöhte Müllgebühr automatisch mitteilt, da ein zusätzlicher Mensch im Haus wohnt, im anderen Zuge die Stadt es nicht hinbekommt, zu planen: Wann ist ein Kind geboren + 18 Monate, dann werden 2 bis 3 freie Kitaplätze in der Nähe der Familie angeboten, die auch freigehalten wurden. […]“

Sascha aus Haslach

Stefanie Bock-Littin

Ihre CDU-Kandidatin für den Freiburger Stadtrat

Stefanie Bock-Littin (30), Studienrätin, Stühlinger

Lieber Sascha,

sie sprechen ein Thema an, das viele junge Familien beschäftigt – vielen Dank! Mein Mann und ich erwarten unser erstes Kind im Juni, kennen diese Überlegungen also aus erster Hand und haben dieses Szenario auch bei befreundeten Eltern schon oft miterlebt.
Mehrere Faktoren spielen bei der Suche nach einem Betreuungsplatz eine Rolle:

  • die Nähe der Kita zum Wohnort
  • das pädagogische Konzept der Kita
  • Verfügbarkeit von Plätzen ab der gewünschten Zeit

Ihr Vorschlag, ein zentrales Vergabesystem durch die Stadt einzurichten, das allen Eltern 18 Monate nach der Geburt ihres Kindes 2 bis 3 Plätze in der Nähe zur Auswahl anbietet, wäre eine große Erleichterung bei der Suche nach einem Betreuungsplatz. Die CDU befürwortet eine Vereinfachung der Betreuungsplatzsuche und setzt sich dafür ein, dass genügend Plätze in der Nähe des Wohnortes einer Familie vorhanden sind.
Die CDU-Stadträtin Frau Ellen Breckwoldt brachte bereits 2012 die Idee eines zentralen Anmeldesystems auf, das sowohl die Eltern als auch die Einrichtungen selbst unterstützt (siehe BZ vom 6.10.2012). Für die Stadt stellt sich hierbei die große Herausforderung, den gesetzlichen Anspruch auf eine Betreuung nicht nur zu erfüllen, sondern gar zu übertreffen, denn laut Gesetz genügt es, wenn eine Kita 30 Minuten vom Wohnort entfernt ist. Dass dies gar für motorisierte Familien je nach Entfernung der Kita im Extremfall kaum zu schaffen ist, erkennt jeder, der selbst schon zu Stoßzeiten von einem Ende der Stadt ans andere unterwegs war.

Die Lösung: mehr Plätze vor Ort im eigenen Stadt bzw. in unmittelbar benachbarten Stadtteilen. Der Bedarf an zusätzlichen Plätzen pro Stadtteil ist laut Berichten der BZ (12.7.2013) bekannt. Könnten diese gedeckt werden, wären bereits 2 der oben genannten 3 Kriterien erfüllt. Um die Suche für Familien zu erleichtern, hat die Stadt bereits eine Suchmaske eingerichtet, die unkompliziert das aktuelle Angebot für einen gewünschten Stadtteil ermittelt (zu finden auf www.freiburg.de, Stichwort „kita-Datenbank“).
Dabei kann die Stadt allerdings nur auf die Plätze der städtischen Betreuungseinrichtungen sowie auf die freiwillig gemeldeten Plätze freier Träger wie Kirchen, Initiativen und Vereine zugreifen. Für ein zentrales Angebotssystem, wie Sie es beschreiben, müssten die Stadt und die freien Träger noch viel enger miteinander zusammenarbeiten – was man auf Seiten der freien Träger bislang eher kritisch betrachtet (siehe BZ vom 6.10.2012). Aber ein zentrales Anmeldeverfahren, bei dem auch freie Träger die Vergabe eines Platzes melden und damit alle übrigen Anfragen der Familie gelöscht werden könnten, würde sowohl die Wahlfreiheit der Eltern als auch die der Einrichtungen wahren und gleichzeitig das Belegverfahren insgesamt vereinfachen, da Doppelt- und Dreifachanmeldungen („zur Sicherheit“) vermieden werden könnten. Eltern wären dadurch zwar nicht von der Notwendigkeit enthoben, sich selbst aktiv um einen Kita-Platz zu bemühen, könnten jedoch auf die Hilfestellung durch die stets aktuelle Kita-Datenbank der Stadt zurückgreifen.
Frau Breckwoldt wies schon 2012 daraufhin, dass ein zentrales System bereits bei der Vergabe von Heimplätzen für Senioren gut funktioniere (siehe BZ vom 6.10.2012). Möglicherweise könnte man die Bedenken der freien Träger bezüglich ihrer Autonomie sowie der Wahrung des Datenschutzes bei der Einrichtung einer zentralen Vergabestelle doch noch ausräumen – Freiburgs Eltern würden es ihnen mit Sicherheit danken!

Es grüßt Sie herzlich,

Stefanie Bock-Littin


Meinung #26

Datum: 7. Februar 2014 / Kategorien: Kinder, Jugend, Senioren & Familie / Schlagworte: , /
„Warum kosten Kitas und Kindergärten immer noch soviel Geld in Freiburg? Fast 360 € für einen städtischen Kitaplatz + Mittagessen. Bei 3 Kindern, 2 in der Kita, eines im Kindergarten (138 €), da geht richtig viel Geld für eine kindgerechte und sozial wichtige Betreuung drauf. Könnte man […] [das] nicht günstiger machen? Max. 100 €?“

Sascha aus Haslach

Stefanie Bock-Littin

Ihre CDU-Kandidatin für den Freiburger Stadtrat

Stefanie Bock-Littin (30), Studienrätin, Stühlinger

Lieber Sascha,

Wie Sie schreiben, „geht richtig viel Geld für eine kindgerechte und sozial wichtige Betreuung drauf“. Ich stimme Ihnen zu: Qualitativ gute Betreuung fördert unsere Kinder optimal, hat aber auch ihren berechtigten Preis. Damit jedes Kind in den Genuss einer solchen Betreuung kommen kann, hat die Stadt Freiburg eine Staffelung eingeführt, die mehr soziale Gerechtigkeit herstellen soll. Laut der Beitragsregelung für die städtischen Einrichtungen hängt der Preis für die Kinderbetreuung von mehreren Faktoren ab: vom Nettoeinkommen der Eltern, von der Anzahl der Geschwister sowie von der gewünschten Betreuungszeit (ab 5 bis 10 Stunden). Unklar ist, ob bei den angegeben Beträgen Mittagessen und Materialkosten wie zum Beispiel für Windeln bereits inbegriffen sind.
Es gilt jedoch immer, dass Eltern mit weniger Einkommen auch weniger Eigenanteil zahlen. Doch selbst der Regelsatz, der anfällt, wenn Eltern über dem festgelegten Nettoeinkommen liegen, kann die tatsächlich anfallenden Kosten nicht decken – die Stadt subventioniert bei jedem Kita- und Kindergartenplatz, sowohl bei städtischen Einrichtungen als auch bei freien Trägern.

Sie fordern nun, dass die Stadt Freiburg generell mehr Geld für die Betreuung zuschießen sollte, sodass Eltern maximal 100 €/Kind zahlen müssten. Um diese beträchtlichen Summen bereitstellen zu können, müsste an anderer Stelle massiv gespart werden – aber wo? Bei Schulsanierungen? Bei Vereinszuschüssen? Beim Ausbau des Straßenbahnnetzes oder der Straßensanierung? Da müsste man eine gute Geldquelle finden, die auch von einer Mehrheit unserer Gesellschaft Zustimmung erhält.

Vielleicht ist es ein kleiner Trost, dass Studien zeigen, dass Freiburg mit seinen Preisen deutschlandweit im Mittelfeld liegt, also keineswegs überteuerte Preise verlangt oder Kosten ungerechtfertigter Weise auf die Eltern umlegt. Und ein weiterer Gedanke könnte unsere Sicht auf dieses Thema ändern: Wenn ich den Regelsatz für die Betreuung meiner Kinder zahle, verfüge ich auch über ein entsprechendes Einkommen und kann gut für meine Kinder sorgen – und das macht mich stolz!

Es grüßt Sie herzlich,

Stefanie Bock-Littin